Erstaustattung Baby - Was macht wirklich Sinn? Part two.

Im letzten Beitrag ging es um die Themen Kleidung und Schlafen und alles, was dafür in der Erstausstattung wirklich sinnvoll bzw. notwendig ist. Die Serie basiert auf den Erfahrungen von mir als Mama, die versucht so minimalistisch wie möglich im (Baby)Alltag unterwegs zu sein, sowie auf denen von Hebammen und anderen Müttern.


Im zweiten Teil geht es um die Themen Transport, Wickeln und Essen.


Transport


Autositz

Auch, wenn ihr kein Auto habt, solltet ihr eine Babyschale besitzen. Denn ihr müsst von eurem Geburtsort nach Hause und selbst bei einer Hausgeburt, müsst ihr mit dem Baby zum Kinderarzt o.ä. Das heißt ihr benötigt für das Taxi oder wer auch immer euer Fahrdienst sein wird einen Sitz.


Kinderwagen

Kinderwagen sehen immer sehr schön aus und sind das Abbild einer Mama, die stolz mit ihrem Baby im Kinderwagen durch die Gegend läuft. Den Blicken der Passanten komplett ausgesetzt und fern ab des sicheren Ortes - der Eltern. Ich bin kein absoluter Gegner vom Kinderwagen, aber auch kein Befürworter. Das Kind gehört nach der Geburt an einen menschlichen Körper - es ist nicht nur ein Säugling, sondern auch ein Tragling. In ganz, ganz seltenen Fällen gibt es tatsächlich Kinder, die Tragen nicht mögen oder Kontraindikationen aufweisen.

Nach einigen Wochen/Monaten kann dann gerne auch der Kinderwagen mal genutzt werden. Gerade, wenn schon Geschwisterkinder da sind, kann es praktisch sein, z.B. für den Spielplatz, damit man dem anderen Kind etwas helfen kann ohne dabei was vor der Brust zu tragen.


Der Kinderwagen ist keine sinnlose Anschaffung, aber eine, die auch erst getätigt werden kann, wenn das Kind schon auf der Welt und somit nicht zwingend zur Erstaustattung gehört. Und vielleicht findet ihr hier einen schönen Second-Hand Kinderwagen oder Freunde haben einen abzugeben.


Tragen

Das Geld, was ihr beim Kinderwagen spart, könnt ihr in gute Tragen investieren. Für die ersten Wochen haben wir am liebsten das Tragetuch genutzt, danach dann auch eine Half-Buckle Trage, da sie schneller zum Anlegen ist. Diese ganz festen Tragen, wie z.B. die Manduca, empfand ich anfangs viel zu steif für das Kleine. Und als sie dann größer war, saß mir die Trage unbequem auf der Hüfte, da man hier einfach nicht so viele Einstellmöglichkeiten hat und sie mir z.B. selbst in der engsten Einstellung zu weit war. Aber das ist wirklich sehr persönlich und ich kenne viele Mamas, die solche Tragen nie wieder hergeben wollen! Eine Trageberatung ist hier einfach total sinnvoll und z.B. ein schönes Geschenk zur Geburt ;)

Das A und O beim Tragen ist der richtige Sitz des Kindes.


Und das Kind sollte niemals mit dem Gesicht nach vorne getragen werden! Auch wenn man es leider viel zu oft sieht, v.a. im Ausland. Nicht nur, dass so viel zu viele Reize auf das Kind einströmen und es keinen Schutz bei euch suchen kann, sondern vor allem auch, weil die Wirbelsäule in eine durchgestreckte Position gebracht wird, die die motorische Entwicklung stören kann und die Anhock-Spreizhaltung der Knie nicht gewährleistet ist. Wenn euer Kind den Kopf selbstständig halten kann, kann es auch auf dem Rücken getragen werd


en - dort kann es selbst entscheiden, ob es durch die Weltgeschichte schauen will oder sich lieber eingekuschelt zurückziehen möchte.




Wickeln


Wickeltisch

An sich ist ein Wickeltisch nicht zwingend notwendig, da man das Baby meistens doch überall da wickelt, wo es gerade anfällt. Wenn du aber z.B. Rückenbeschwerden hast oder auch nach einem Kaiserschnitt und das Baby nicht vom Boden hochheben kannst, ist es durchaus sinnvoll. Und es gibt ganz tolle Wickeltische, die sich später als Kommode nutzen lassen. Dort können dann auch Kleidungsstücke ihren Platz finden.


Wir wickeln seit sie ca. 8 Monate ist auf dem Boden. Dort kann sie nirgends runterfallen und jetzt wo sie läuft, kann sie auch selbstständig aufstehen. Vor allem wäre es mir nun in der zweiten Schwangerschaft sowieso zu schwer sie dauernd auf den Wickeltisch zu heben. So haben wir überall im Haus Windeln und Wickelutensilien. Auch hier steht die Praktikabilität an erster Stelle. Macht euch das Leben so leicht wie möglich, aber bestmöglich für euer Baby.


Heizstrahler

Wir hatten tatsächlich nicht von Anfang einen, was ich im Nachhinein bereut habe. Die Heizstrahler werden heutzutage super schnell warm und sind sehr angenehm (auch für dich als Mama/Papa), vor allem im Winter oder kühleren Räumen. So kannst du dein Baby auch einfach mal komplett nackig sein lassen, was sie natürlich lieben. Auch hier hast du vielleicht Freunde, die ihren abzugeben oder auszuleihen haben.


Windeln

Falls ihr euch für Stoffwindeln entscheidet, lasst euch am besten vorher beraten. Wir haben ab dem 8. Monat zu Stoffwindeln gewechselt und es nie bereut. Allerdings werden wir beim Zweiten auch erst ab dem 4. Monat anfangen. Da die meisten Stoffwindeln vorher zu groß sind, und extra die kleinere Größe bestellen, sehe ich aus finanzieller Sicht nicht ein.


Wenn ihr Wegwerfwindeln nutzt, schaut auch hier auf eine gute Qualität ohne Duftstoffe und am besten Öko und so wenig Plastik am Popo wie möglich.


Ein andere Alternative ist Windelfrei zu praktizieren. Wir haben auf die Variante Teilzeit-Windelfrei gewechselt gepaart mit den Stoffwindeln. Und es klappt super. Das große Geschäft geht nur ins Töpfchen und wenn sie nackig ist, mittlerweile auch das kleine Geschäft. Wenn ihr die Zeit und Ruhe dafür habt, praktiziert es gerne von Anfang an! Ihr werdet erstaunt sein, wie schnell euch die Kleinen die Zeichen geben, bzw. wie schnell ihr sie deuten könnt.


Mulltücher

Sie können tatsächlich auch als Stoffwindeleinlagen genutzt werden, aber sind essenziell für die Anfangszeit. Sei es als Spucktücher, Abdecktücher für den Autositz oder Kinderwagen, zum Unterlegen beim Wickeln oder auch für dich zum Stillen als kleiner Auslaufschutz.


Absolute Allrounder, von denen man nicht genug haben kann!





Körperpflege

Auch hier gilt: Weniger ist mehr. Vor allem bei den Inhaltsstoffen. Die Haut eures Babies reguliert sich wunderbar selbst. Es muss nicht oft gebadet werden und wenn am besten mit einem naturreinen Öl oder einer ganz sanften, neutralen Lotion. Das Öl eignet sich auch gut um hartnäckigen Schmutz am Po auf sanfte Art zu entfernen. Jojoba- oder Mandelöl sind sehr pflegend und leicht.


Eine Wundschutzcreme, wenn der Popo mal wund ist, ist auch sehr sinnvoll. Auch hier, je natürlicher desto besser. Wenn der Po sehr rot ist, gerne eine Creme mit Zinkanteil nutzen. Ich liebe z.B. die Produkte von Weleda, die auch unsere Kleine mit Neurodermitis bestens verträgt.


Eine Nagelschere benötigt ihr nicht direkt am Anfang, sondern erst, wenn die Nägelchen schon härter sind. Anfangs sind sie so weich, dass ihr sie kaum schneiden könnt. Falls euer Baby sich viel kratzt, versucht es mit Kratzfäustlingen. Auch eine Haarbürste ist nicht sofort in den ersten Tagen notwendig - manche kommen sowieso ohne Haare auf die Welt ;).


Die beste Körperpflege ist aber auch eure Muttermilch! Zur Nabelpflege, zum Baden, bei Milchschorf und auch für euch selbst bei wunden Brustwarzen. Bitte vorher immer die Hände waschen um ein Infektionsrisiko eurer Brustwarzen zu verhindern.


Und Apropos Baden: Ein großes Waschbecken reicht total aus, aber wenn ihr darauf nicht ausweichen möchtet, könnt ihr euch einfach eine kleine Wanne oder sogar einen Badeeimer anschaffen. Eine Wanne kann dann z.B. später als Wäschekorb genutzt werden und in der Dusche oder großen Badewanne ausgekippt werden. Am schönsten ist es natürlich, wenn ihr als Mama oder Papa gemeinsam mit dem Baby badet.


Essen


Stillen

Wenn du dein Baby stillen möchtest, benötigst du nicht viel, außer deine Brust und genug Trinken und Essen für dich.


1. Stilleinlagen

Stilleinlagen sind gerade für die Tage des Milcheinschusses genial. Hier kannst du auf Wolle-Seide Einlagen zurückgreifen. Wenn du allerdings, wie ich, sehr starken Milcheinschuss hast und sehr viel Milch, halten die Waschbaren leider zu wenig ab. Ich bin anfangs nachts oft in einem See aus Milch aufgewacht. Das war nicht unbedingt angenehm. Als ich dann wegwerfbare Einlagen verwendet habe, war das Problem zum Glück gelöst.


2. Stillkissen

Das Stillkissen habe ich kaum zum Stillen, sondern überwiegend als Kissen zum Schlafen in der Schwangerschaft genutzt. Vor allem gegen Ende war es unfassbar angenehm. Später diente uns das Kissen wunderbar als Bettbegrenzung oder ähnliches. Manche Mamas schwören allerdings auch zum Stillen auf ein Stillkissen. Die Anschaffung lohnt sich in jedem Fall.


3. Milchpumpe

Eine einfache Handpumpe tut es auch. Wenn du z.B. zusätzlich das Fläschchen geben möchtest, ist die elektrische Pumpe allerdings entspannter. Aber du solltest etwas warten, bis ihr eine sichere Stillbeziehung habt, ehe du die Flasche anbietest. Sonst kann es zur Saugverwirrung kommen. Hier kann dir aber deine Hebamme auch wunderbar helfen. Wenn du viel Milch hast, kann es eine Wohltat sein, mit einer Handpumpe etwas direkt vor oder nach der Stillmahlzeit abzupumpen. Du solltest dann keine extra Pump-Session einlegen, da ansonsten die Milchproduktion nur mehr angeregt wird. Kleinere Milchmengen können dann super zum Baden ins Wasser gekippt werden und größere kannst du in Milchbeuteln aufbewahren (entweder im Kühlschrank oder der Tiefkühltruhe).


Fläschchen

Wenn du die Flasche geben möchtest, benötigst du natürlich Fläschchen. Ganz egal, ob du es zusätzlich zum Stillen nutzen möchtest oder nur Pre-Nahrung geben möchtest/kannst. Hierbei fällt mehr Zubehör an, als beim reinen Stillen. Und du solltest schauen, dass du dir das Leben so leicht wie möglich machst.


Es gibt mittlerweile ganz tolle Fläschchen aus Glas, die nicht nur schonender für die Umwelt sind, sondern einfach grundsätzlich besser als Plastik. Trinken aus Glas schmeckt uns schließlich auch einfach besser, als aus anderen Behältnissen. Um die Flaschen zu säubern, kannst du sie auskochen oder die Zeit sparendere Variante eines Sterilisators wählen.


Milch, die mit der Flasche gegeben wird, muss vorher auf eine angenehme Temperatur erhitzt werden. Auch hier kannst du klassisch auf den Kochtopf ausweichen ohne zusätzlich etwas anschaffen zu müssen. Ansonsten gibt es extra Flaschen/Milcherwärmer oder auch Mikrowellen (falls ihr eine besitzt).


Fazit

So das war es erst einmal an allen, meiner Erfahrung nach, nützlichen Infos zur Erstaustattung und was wirklich benötigt wird.


Vieles kann auch nachträglich angeschafft werden, wenn das Baby dann älter ist oder man merkt, dass es den Familienalltag gut ergänzen würde. Aber stresst euch nicht vorher, dass alles fertig sein muss, was man so suggeriert bekommt. Es gibt einfach Dinge, die kein Baby direkt nach der Geburt benötigt, wie z.B. ein komplett ausgestattetes Kinderzimmer, Kuscheltiere und Spielzeug. Vielleicht kommt auch nochmal ein separater Post zum Thema, was ein Baby nicht braucht :)


Im dritten Teil widmen wir uns all den Dingen, die für dich als Mama sinnvoll sein können.


Bis dahin viel Freude beim Vorbereiten auf dein Baby :)



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