• Tatjana

Yogisch oder unyogisch - das ist hier die Frage

Letztens beim Arbeiten im Yogastudio bekam ich ein Gespräch von zwei jungen Frauen mit, die sich über eine andere Dame aus dem Yogakurs zuvor unterhielten. „Hast du mitbekommen, dass sie am Ende kein 'Aum' gesungen hat?“, „Ja, und Namasté hat sie auch nicht gesagt. Total unyogisch.“



Mir fiel die Kinnlade runter. In meinem Kopf sammelten sich in diesem Sinne auch ziemlich „unyogische“ Gedanken an. Und dann die Frage „Was gibt uns das Recht als selbsternannte Yogis über yogisch und unyogisch zu urteilen? Was soll das überhaupt?“. Auch ich erwische mich selbst immer mal wieder dabei, wie ich urteile, andere oder auch meine Handlungen als unyogisch betrachte. Dabei gibt es im Yoga doch gar kein richtig oder falsch, kein yogisch oder unyogisch, kein gut und böse. Vielleicht wollte besagte Dame kein Aum singen, weil sie Halsschmerzen hatte, vielleicht aber auch weil sie schlichtweg nichts damit anfangen kann, da es ihr zu religiös angehaucht ist. Und vielleicht weiß sie überhaupt nicht, was Namasté bedeutet und möchte nicht einfach etwas aussprechen ohne zu wissen was es heißt. Vielleicht macht sie auch einfach nur Yoga um sich körperlich gut zu fühlen. Ganz egal, was ihre Beweggründe sein mögen, es ist ok. Es ist weder yogisch noch unyogisch. Es IST einfach so und sie ist zufrieden damit. Und wenn sie Yoga nur macht, um beweglicher zu werden, ist das auch ok. Und es ist ihre Sache. Nur weil wir jeden Tag meditieren, vegan und komplett nach den Yamas und Niyamas leben, haben wir doch nicht das Recht sie oder ihr Verhalten als „unyogisch“ zu bezeichnen. Yoga ist für jeden da, egal mit welcher Intention. Und es verändert jeden Menschen, auf die für ihn richtige und zu seiner Lebenssituation passende Weise.

Befassen wir uns lieber mit uns selbst, halten inne bevor wir über andere urteilen - denn niemand ist perfekt, niemand ist immer nur yogisch und das ist auch genau richtig so. Wir leben dieses eine Leben hier für uns, nicht für die Frau neben uns im Yogakurs.

Jeden Tag an sich selbst zu arbeiten, herauszufinden wer man wirklich ist, unbeeinflusst von dem was die Gesellschaft uns zu glauben gibt, und einfach zu genießen ist doch so viel schöner und aufregender als ständig mit sich und anderen ins Gericht zu gehen.

In diesem Sinne, macht heute das Beste aus euch selbst und habt Spaß dabei :)

Namasté, T.

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