• Tatjana

Wenn das Baby Neurodermitis hat...

... oder auch atopisches Ekzem genannt in diesem Alter - dann wird das Leben irgendwie nochmal auf den Kopf gestellt.


Und genau deswegen möchte ich hier meine/unsere Erfahrungen als Eltern mit euch teilen. Vielleicht ist es für die ein oder andere Mama da draußen eine Hilfe und vielleicht auch einfach nur ein Ausdruck von "Hey, du bist nicht allein - du schaffst das!". Deswegen auch der Hinweis, dass dies bitte nur als persönlicher Erfahrungsbericht gewertet wird und nicht als medizinischer/therapeutischer Rat!


Bei Verdacht auf eine Hauterkrankung oder ähnliches deines Kindes, suche bitte immer deinen Kinderarzt auf.


Aber nun legen wir mal los.




Wie alles anfing


Unser Yogamädchen bekam schon wenige Tage nach ihrer Geburt starke Neugeborenen-Akne. Das ist nicht selten und hängt in vielen Fällen mit dem veränderten Hormonhaushalt bedingt durch die Muttermilch zusammen. Also gar kein Grund zur Sorge - rückblickend war es allerdings ein erster "Warnhinweis", dazu aber später mehr.


Ein paar Wochen später verschwand diese Neugeborenen-Akne wieder und machte Platz für Milchschorf bzw. korrekt ausgedrückt erst einmal Kopfgneis. Denn von Milchschorf ist erst die Rede, wenn dieser noch nach dem 3. Lebensmonat auftritt UND die Stellen nässen bzw. rot unterlegt sind und das Kind jucken. Milchschorf ist eine Vorstufe der Neurodermitis wohingegen Kopfgneis oftmals wieder verschwindet ohne weitere Folgen mit sich zu ziehen.


Die ersten Anzeichen


Ich hatte es irgendwie schon im Gefühl, dass der Kopfgneis vom Yogamädchen doch eher in die Richtung Milchschorf einzuordnen war. Leider sind der Papa und ich beide vorbelastet was Allergien, wie auch Hautprobleme, angeht...


Mit ca. 3,5 Monaten ging es dann los, dass sich die ersten trocknen und roten Hautstellen bildeten. Zuerst an der Hüfte und am Sprunggelenk, langsam ausbreitend dann über die Arme und den Hals. Doch da es noch recht früh für eine Diagnose war, wurde es lediglich notiert. Auch hier denke ich rückblickend, wäre es sinnvoll gewesen, wenn wir uns schon dafür entschieden hätten eine Stuhlprobe machen zu lassen. Blutentnahmen machen in dem Alter noch nicht viel Sinn, da sich die Marker noch nicht abbilden lassen.




Es wird schlimmer und schlimmer


Recht schnell wurden aus den paar trocknen Hautstellen, große schuppende und teils auch aufgerissene Hautpartien. Und so begann die Reihe an Arzt- und Heilpraktikerbesuchen. Als schließlich ihr kompletter Körper übersät war mit roten Flecken, sie anfing sich, vor allem nachts, zu jucken und aufzukratzen und teils auch das Gesicht zuschwoll reagierten die Ärzte. Zuvor wurde schon eine Stuhlprobe von der Heilpraktikerin angeordnet. Während wir auf die Ergebnisse warteten, hieß es Salben, Cremes und alles mögliche, was der Markt so hergibt auszuprobieren, um Linderung zu schaffen. Das hieß für mich auch auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten. Da ich sowieso keine Kuhmilch(produkte) und Eier konsumierte, blieben noch Nüsse als hochallergenes Nahrungsmittel. Soja und Weizen schienen keinerlei Unterschied zu machen nach der Eliminationsdiät.


Die Ergebnisse - Hundeallergie...


Dies wurde auch von den Blutergebnissen bestätigt. Auch Kuhmilcheiweiß, was als häufiger Auslöser bei Neurodermitis gesehen wird, schien nicht verantwortlich für Schübe zu sein. Allerdings bestätige sich schon ein Verdacht, den wir länger hegten: Hundeschuppenallergie. Für uns gab es also nur die Lösung uns von unserer Fellnase zu trennen, die glücklicherweise bei ganz wundervollen Bekannten untergekommen ist und sich dort pudelwohl fühlt (danke an dieser Stelle). Nach einem Grundreinigung des Hauses und dem Waschen aller Kleidungsstücke, waren wohl fast alle Übeltäter vertrieben.


Wir selbst haben rausgefunden, dass das Yogamädchen vor allem auf Cashew-Nüsse reagiert, wohingegen Mandeln kein Problem zu sein scheinen. Hier die Anmerkung: Sie wird noch vollgestillt, auch aus dem Grund, da sie keinerlei Interesse am Essen zeigt.


Und da kommen wir zum Ergebnis der Stuhlprobe. Ihr Darm ist ziemlich aus dem Gleichgewicht - ein wichtiges Bakterium ist kaum vorhanden und die Darmschleimhaut ist durchlässig. Natürlich können ihre Unverträglichkeiten/Allergien auch damit zusammen hängen. Wahrscheinlich ist das ganze auf das Antibiotika zurückzuführen, welches mir unter der Geburt verabreicht wurde (andere Geschichte, aber es ist einfach wie es ist). Ganz genau kann man das natürlich nicht nachvollziehen. Und es ändert ja auch nichts mehr an der momentanen Situation.


Die Schlüsse daraus: Hund ist abgegeben, Cashews werden nicht verzehrt, die Haut gepflegt und der Darm wird aufgebaut


Es ist nicht einfach nur Neurodermitis...


"Ach, wenn es nur das ist..." Ich kann verstehen, wenn dir das gesagt wird und du dieser Person gedanklich gerade eine Ohrfeige verpasst. Neurodermitis belastet nicht nur die Haut, sondern vor allem die Psyche - und das von allen Beteiligten.


Vor allem nachts ist es teilweise einfach nicht auszuhalten. Da liegt dieses kleine Menschlein neben dir und kommt nicht zur Ruhe, weil es sich ununterbrochen juckt. Das einzige was zum Einschlafen hilft sind Fenistil-Tropfen (jep. super lösung, ich weiß...). Du selbst bist am Limit, weil du nichts mehr tun kannst, selbst komplett übermüdet bist und einfach nicht mehr weiter weißt.


Es fordert enorm viel. Der Papa und ich schieben Nachts Schichten im Wechsel - immer trägt einer sie auf dem Arm bis sie tief genug schläft, damit man sich mit ihr für evtl. eine Stunde hinlegen kann, bevor sie wieder weinend aufwacht. Ich möchte hier nichts schönreden - und übertrieben ist es leider auch nicht. Es ist anstrengend, nervenaufreibend und belastend auf allen Ebenen.



Durchhalten, aushalten & zusammenhalten


Weder das kleine Menschlein noch irgendjemand kann etwas für diese Lage. Schuldzuweisungen sind also nur noch hinderlicher. Das, was die Kleinen am meisten brauchen ist Liebe & Zuneigung und ganz ganz viel Geduld. Wir haben mittlerweile unseren Rhythmus im Aufstehen und Wiedereinschlafen, im Tropfen und Mittelchen verabreichen sowie im Eincremen. Denn je nach Schub braucht die Haut einfach unterschiedliche Pflege - mal fetthaltiger, mal wasserhaltiger.


Beikost macht es bei unserem Yogamädchen nur noch schlimmer. Wenn sie doch mal was gegessen hat ist kurze Zeit später die Haut regelrecht aufgeblüht. Nach zwei Tagen in Folge mit dem gleichen Ergebnis, bleiben wir nun einfach bei Muttermilch bis sich alles regeneriert hat.


Es schweißt zusammen, aber es ist ebenso energieraubend. An manchen Tagen muss der Papa alleine wickeln und anziehen, weil ich es nicht sehen kann, wie sie sich zerkratzt und wie ihre die Haut aussieht. Hinzu kommt nun natürlich noch der Fakt, dass wir ein High-Need Baby (oft leider auch "Schreibaby" genannt) haben, aber dazu kommt noch ein separater Artikel :)


Ich verzichte momentan komplett auf Haushalts-/raffinierten Zucker, Weizen und alle tierischen Produkte. Nicht nur geht es mir damit wirklich ausgesprochen gut, sondern auch der Heilungsprozess kann durch den basischen Haushalt im Körper unterstützt werden. Aber auch hier ist hinzuzufügen, dass es einfach meine/unsere persönliche Erfahrung ist. Die Blutergebnisse lassen wir natürlich regelmäßig checken - wird im Moment aber sowieso gemacht.


Wie es weitergeht?


Ich bin gespannt, wie sich diese Reise noch entwickelt, was wir noch lernen werden und vor allem, wann es der Maus besser gehen wird. Ich möchte auf jeden Fall sagen können, alles in meiner Macht stehende getan zu haben um ihr zu helfen - und das kann ich aus voller Überzeugung. Auch das hilft ruhig zu bleiben, nicht an sich selbst zu zweifeln und die Energie dem kleinen Menschlein zu widmen.


Hat/Hatte euer Kind Neurodermitis? Wie seid ihr damit umgegangen?


Mamas (und Papas) haltet durch, ihr macht einen großartigen Job. Seid für euer Neurodermitis Baby einfach nur da - dann macht ihr genug.


Namasté


P.S. Und vielleicht hilft dir ebenso wie mir Yoga & Meditation als Ausgleich! Dazu findest du nun sogar auch jeden Sonntag ein neues Video auf YouTube von mir. :)


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