Veränderung.

Veränderung. Manche mögen sie, manche fürchten sie. Fakt ist dennoch, dass Veränderung die einzige Konstante in unserem Leben ist und einfach dazu gehört. Ob wir sie nun wollen oder nicht.




Warum Veränderung so gut ist


Für mich bedeutet Veränderung, Altes loszulassen und Neues willkommen zu heißen. Sie birgt großes Potential und lehrt mich im Nicht-Anhaften an Dingen und auch Menschen. Vor Jahren habe ich bewusst die Entscheidung getroffen, mich nicht mehr von Angst leiten zu lassen. Denn Angst war und ist immer der schlechteste Ratgeber. Sie entfernt uns von uns selbst, sie hindert uns daran den Moment präsent zu leben und vor allem hindert sie uns am Erfahren all der Möglichkeiten, die vor uns liegen. Und ich bin sehr dankbar, diese Einstellung mit dem wichtigsten Menschen in meinem Leben teilen zu dürfen.


Die Neuigkeiten


Wir verkaufen unser Haus. Wir ziehen in eine Wohnung, in eine andere Stadt in einem anderen Bundesland. Wir kennen dort niemanden und wir blicken mit einer tiefen Gelassenheit, inneren Ruhe und Zufriedenheit auf alles was kommt. Denn diese Entscheidung haben wir für uns getroffen, für unsere Seelenwohl. Ich werde hier nicht detaillierter die genauen Gründe dafür erläutern, da es zu sehr in die Privatsphäre meines Mannes (und unsere gemeinsame) eindringen würde.


Es ist keine Entscheidung, die wir mal eben so getroffen haben, sondern, die schon sehr lange in uns reift. Als die ersten Gespräche darauf kamen, und es nur eine vage Idee, in unseren Köpfen war, fühlte es sich dennoch einfach sofort richtig an. Wir ließen alles reifen und den Gedanken auf uns wirken. Und so merkten wir immer mehr, dass es genau der Schritt ist, den wir gehen möchten.



Die Gefühlslage und wie wir damit umgehen


Ist es einfach? Ich denke, das ist Ansichtssache. Da wir keine Menschen sind, die sehr an Dingen festhalten, fällt uns Veränderung leicht. Vor allem, wenn sie uns gut tut. Die Entscheidung zu treffen, sie laut auszusprechen und vor allem sie mit anderen zu teilen, ist dennoch nicht einfach. Wir lassen viel hinter uns, was automatisch dazu führt, dass Menschen erst einmal enttäuscht sind, traurig oder auch verständnislos. Und das ist ok, denn für unser Umfeld sind die Neuigkeiten, genau das: Neu. Und brauchen Zeit. Für uns sind sie schon so lange in unseren Köpfen präsent und am reifen, dass sie eben nicht mehr neu und unerwartet sind.


Bin ich traurig? Vielleicht nicht so, wie man es erwarten würde. Oder wie ich es auch erwartet hätte. Ich werde meine Freunde vermissen, aber zum einen weiß ich, dass die wahren und tiefen Freundschaften, die, die ich in meinem Leben haben möchte, auch über Kilometer bestehen bleiben und zum anderen weiß ich, dass ich neue Leute mit neuen Lebensgeschichten kennen lernen darf. Und das erfüllt mich mit sehr großer Dankbarkeit.


Überhaupt ist das ein Wort, welches meinen Gemütszustand am besten beschreibt. Ich bin dankbar. Ich bin nicht traurig, dass Haus, in dem eines meiner Kinder auf die Welt kam, anderen übergeben zu dürfen.

Ich bin zutiefst dankbar für dieses Haus, dieses Stück Land auf dem ich leben durfte, auf dem meine Tochter laufen gelernt hat, auf dem wir gelacht und geweint haben. Es ist ein Geschenk, hier gelebt haben zu dürfen. Aber ebenso haben wir auch viel gelernt und mitgenommen aus dieser Zeit, wovon wir wissen, dass wir es anders machen wollen.


Wenn wir uns von einem Partner trennen, können wir die Erfahrung daraus mitnehmen. Wir wissen, was wir wollen und wie. Und wie eben nicht. Und genauso geht es uns mit dem Haus und allem was dazugehört. Und so eröffnet sich eine ganze neue Art der Beziehung und der Möglichkeit unser "Perfect Match" zu finden - so wie wir es ineinander schon gefunden haben.



Die Herausforderung?


Die Herausforderung von einem Haus in eine Wohnung zu ziehen, ist groß. Wir besitzen nicht viel, aber dennoch haben wir ein Haus gefüllt mit Dingen. Dinge, von denen wir viele loslassen und viele mitnehmen. Von manchen Dingen fällt das Loslassen schwerer als von anderen. Vor allem eben solche, an denen viele Erinnerungen hängen. Doch auch hier rufe ich mir immer wieder ins Bewusstsein, dass diese Erinnerungen nicht an diesen Dingen hängen. Diese Erinnerungen sind in meinem Herzen - und dort bleiben sie, egal wohin ich gehe. Sie sind losgelöst von Gegenständen.


Ich freue mich auf mehr Zeit mit meiner Familie, mehr Zusammensein auf weniger Raum. Weniger Zeug, mehr Zeit.


Ich teile all dies mit euch, um euch ein wenig auf dieser Reise mitzunehmen. Wie wird es wirklich sein in einer Wohnung zu leben? Was für Höhen und Tiefen werden auf uns zukommen? Wie minimal werden wir es schaffen zu leben? Was wird dieser Minimalismus mit uns anstellen?


Viele Gedanken und Fragen, die sich auftun. Und so viele Möglichkeiten zur Weiterentwicklung.


Danke, dass du bis hierhin gelesen hast und uns auf diesem Weg begleiten möchtest.


Wie würde es dir damit gehen, komplett neu zu starten? Was löst es für Gefühle in dir aus? Fällt dir loslassen leicht oder macht es dir Angst?

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