• Tatjana Pfarr

Vegane Ernährung - wieso, weshalb, warum...

Vor knapp zwei Monaten habe ich mich dazu entschieden mich vegan zu ernähren. Nicht nur für einen begrenzten Zeitraum, sondern für immer.

Es gibt viele Beweggründe sich für diese Ernährungsform zu entscheiden. Gesundheitliche, umweltpolitische und ethische Gründe führen dazu, dass immer mehr Menschen sich für eine vegane Ernährung entscheiden. Bei mir sind es definitiv ethische Gründe und daran gibt es für mich auch nichts zu rütteln. Schon als ich mich wieder vegetarisch ernährte (nach einem kurzen "Ausflug" zu den Fleischessern letztes Jahr) ging es mir wesentlich besser - vor allem, weil ich wusste kein totes Tier mehr auf meinem Teller liegen zu haben.



Vegetarisch - Fleisch - Vegetarisch - Vegan

Ich habe lange vegetarisch gelebt, bevor ich dann auf Rat der Ärzte (!) wieder anfing Fleisch zu essen. Sie erklärten mir, dass dadurch meine Schmerzen und Verspannungen sowie der starke Muskelkater nach jedem Training zurückgehen würde. Und wie die meisten von uns vertraute ich den Ärzten. Was sich in diesem Fall jedoch als ein ziemlich großer, schwerwiegender Fehler darstellte. Ich nahm kontinuierlich zu, meine Schmerzen wurden schlimmer, nicht besser und auch der Muskelkater verschwand nicht - im Gegenteil. Hinzu kam das furchtbare Gefühl dabei, ein Lebewesen vor mir auf dem Teller liegen zu haben - nur damit ich "gesund" sein kann... Das konnte es nicht sein. So beschloss ich wieder zu meiner vegetarischen Ernährung zurückzukehren und siehe da mein Wohlbefinden verbesserte sich. Fleisch lag mir immer sehr lange und schwer im Magen - dieses Gefühl blieb endlich wieder aus.


Vorurteile

Nach einigen Dokumentationen und Gedanken, die ich mir zum Thema Tierhaltung und Tiere schlachten/essen gemacht habe, kam ich zu dem Entschluss die vegane Ernährung auszuprobieren. Immer, wenn ich an Veganer dachte, hatte ich blasse, abgemagerte Persönchen vor Augen, die nur Salat aßen und von Mangelerscheinungen geprägt waren. Im Gespräch mit Veganern ging ich in eine Abwehrhaltung - "die Tiere werden sowieso geschlachtet.", "Wir sind nun mal Fleischesser." (Stimmt nicht, wir sind ALLESesser, die den Pflanzenessern rein anatomisch mehr ähneln als den Fleischessern) oder auch Kommentare wie "die Kuh gibt so oder so Milch/das Huhn legt doch eben Eier und muss nicht leiden." (oh, ich hatte ja keine Ahnung...).


Die Recherche

Da ich nicht einfach Hals über Kopf meine Ernährung umkrempeln wollte, ohne mich wirklich damit auseinanderzusetzen, las ich Studien. Kritische sowie befürwortende, Studien, die von der Eier- und Milchindustrie gesponsert wurden ließ ich dabei jedoch aus (weil wenig glaubwürdig). Jeder von uns, der auch gutes Englisch lesen kann, hat die Möglichkeit unter anderem über Google Scholar oder pubmed auf Studien zuzugreifen. Dokumentationen, die ich mir angeschaut habe, waren "Food Choices" (einer meiner Favoriten), "What the health" (guter Film, an manchen Stellen überzogen um zum Denken anzuregen) und "Cowspiracy". Ein Film, der mir immer wieder empfohlen wird, den ich aber einfach nicht ansehen kann ist "Earthlings". Dieser Film stellt unzensiert die erschreckende (oder auch nicht) Wahrheit in Schlachthäusern dar. Wer es erträgt, Tiere so dermaßen leiden zu sehen, sollte sich diesen Film auf jeden Fall ansehen - wer es nicht erträgt, sollte sich auf jeden Fall fragen wieso er diese Tiere dann auf seinem Teller haben möchte.


Meine Veränderungen

Ich war der festen Überzeugung mir würde mein Käse und vor allem der Parmesan auf den Nudeln fehlen. Ich lag so dermaßen daneben. Kein Käse, keine Torte und erst Recht kein Stück Fleisch lachten mich mehr an. Ich esse viel mehr Obst und Gemüse als vorher (und ich habe schon immer ausreichend gegessen), bereite mein Essen gerne zu und kann es in vollen Zügen genießen. Meine Geschmacksnerven verändern sich und ich stelle fest, dass ich mittlerweile Heißhunger auf Dinge wie Melonen oder Kichererbsen habe. Und wenn es doch mal was Süßes sein muss, landen Oreos oder Zartbitter Schoki im Einkaufswagen. Mein Gewicht reguliert sich wieder, meine Haare werden voller und kräftiger und vor allem habe ich viel mehr Energie, bin weniger müde und schlafe wie ein Baby. Auch meine Schmerzen und Verspannungen gehen zurück, zwar sind sie noch lange nicht verschwunden, aber ich habe tatsächlich Tage, an denen ich überrascht feststelle, dass ich keine Schmerzen habe und mich normal bewegen kann.


Mein Fazit

Ich LIEBE diesen Lebensstil, fühle mich total inspiriert all die tollen Rezepte auszuprobieren. Es ist ein tolles Gefühl zu wissen, dass mein Denken und Handeln nun komplett übereinstimmen und ich für kein Leid mehr verantwortlich bin.

Wir können nur wirklich glücklich werden, wenn unser Denken und Handeln im Einklang sind (sagte mal ein kluger Mensch, ich weiß nicht mehr ob Buddha oder der Dalai Lama...).

Mein Tipp an alle: Informiert euch, schaut euch Dokus an, lest Studien und Erfahrungsberichte - klärt euch auf!!! Wir leben in einer Zeit, in der jeder Zugriff zu verschiedenen Plattformen hat. Diese sollten wir klug nutzen. Nur wer aufgeklärt ist, kann die richtigen Entscheidungen treffen - Verleumdung und Augen verschließen hat noch nie geholfen. Und dann treffe DEINE eigene Entscheidung, mit der DU dich glücklich und gut fühlst. Ich habe MEINE getroffen.


Und ein Tipp an alle Nicht-Veganer: Hört bitte auf Veganer zu fragen, woher sie ihr Protein bekommen... Oder irgendwelche umweltpolitischen Diskussionen zu beginnen, wenn die Person, die vor euch sitzt es aus ethischen Gründen macht. Und auch ein Vitamin B12 Mangel ist weiter verbreitet als ihr denkt und zwar vor allem unter Nicht-Veganern und Fleischessern - (good to know: Vitamin B12 zerfällt sobald es erhitzt wird. Also wer sein Fleisch nicht regelmäßig roh ist, sollte sein Vitamin B12 auch ab und an überprüfen.).

Ich freue mich über eure Fragen und Gedanken zu dem Thema (bitte o.g. Tipps beachten :D ).

Einen guten Start in die Woche,

Eure Tatjana

P.S. Ich bin immer noch der gleiche Mensch, der ich als Fleischesser und Vegetarier gewesen bin! :)

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