• Tatjana

Vegan - Argumente, die dagegen sprechen.

Ich weiß es noch als wäre es gestern: Diskussionen mit Veganern und die Argumente, die ich aufbrachte um sie (aber eher mich selbst) davon zu überzeugen, dass wir tierische Produkte brauchen. Da ich nun auf "der anderen Seite" stehe und mit ebendiesen Argumenten mehr als vertraut bin, möchte ich in diesem Beitrag meine ganz persönlichen Anti-Vegan Argumente mit euch teilen. Und auch, weshalb sie absolut keinen Bestand mehr haben, sobald man sich näher mit der Thematik befasst. Weder möchte ich hiermit jemanden angreifen, noch unbedingt von etwas überzeugen. Es sind meine Gedanken/Argumente sowie meine Recherche und Wissen in diesen Beitrag eingeflossen. Ganz nach dem Motto: Jedem das Seine. Wenn du allerdings einen Hauch Neugier und Offenheit verspürst, etwas für dich und die Welt ändern möchtest oder es dich einfach interessiert, was tatsächlich hinter unseren eingefahrenen Gedankenmustern steckt - dann lies' unbedingt weiter!



Und falls du dich doch angegriffen fühlst - überleg' weshalb. Reflektiere weshalb du auf Widerstand gehst. Ist es weil du es tatsächlich besser weißt oder ist es weil dein Unterbewusstsein dir mitteilen will, dass es doch einen anderen Weg gibt, den du aber einfach (noch) nicht bereit bist zu gehen? Letzteres war bei mir der Fall.

1. Wir brauchen Protein. Ja, stimmt. Allerdings kein tierisches. Ein zu viel an Protein kann dem Körper mehr schaden, als gutes tun - denn überschüssiges Protein belastet Leber und Niere enorm. Vor allem wer glaubt abends proteinreich essen zu müssen, irrt sich. Wenn wir abends proteinreich essen, belastet das unsere Leber und sie hat die ganze Nacht damit zu kämpfen das Eiweiß zu verarbeiteten, was wiederum zu schlechtem Schlaf führen kann. Der Glaube wir müssten Unmengen an Protein konsumieren, ist einzig und allein durch die Fitnessindustrie entstanden um deren Produkte zu bewerben. Dass wir unserem Körper mit diesem verarbeiteten, unnatürlichem Protein tatsächlich schaden erzählt natürlich niemand. Bei Schwangeren führt eine übermäßige Proteinzufuhr zu Übergewicht bei Mutter & Kind. Es ist noch kein Mensch an Eiweißmangel gestorben... Fakt ist, wenn wir genügend Kalorien zu uns nehmen durch pflanzliche Lebensmittel, erleiden wir keinen Proteinmangel. Wenn wir jedoch einfach zu wenig essen, führt dies natürlich zu Mängeln, aber dann ist Proteinmangel das geringste Problem.Zum Vergleich: 100g Rind enthalten 20g Protein - die gleiche Menge an schwarzen Bohnen enthält 25,4g Protein. Und ein weiterer Vorteil ist, dass 100g Bohnen mehr sättigen als 100g Rind.Um alle wichtigen Aminosäuren zu sich zu nehmen, ist es wichtig auf die richtige Kombination an Lebensmitteln zu achten, z.B. Hülsenfrüchte mit Getreide zu kombinieren (Reis mit Linsen).

2. Wenn man etwas supplementieren muss (Vitamin B12) zeigt dies, dass es nicht die richtige Ernährung sein kann. Hachja, dieses Argument habe ich ganz schön oft gebracht. Ohne zu wissen, dass auch Fleischesser und Vegetarier oft einen Vitamin B12 Mangel aufweisen ohne es zu wissen. Der Vorteil als Veganer ist, dass man sich dessen bewusst ist, sein Vitamin B12 regelmäßig überprüfen lässt und somit rechtzeitig dagegen vorgehen kann. Auch sollte jeder in unserem Klima Vitamin D supplementieren - vor allem im Winter! Und lieber nehme ich eine kleine Tablette Vitamin B12 zu mir, als irgendwann an einer Herzerkrankung oder Diabetes zu leiden. Arteriosklerose, eine Ablagerung von Fetten, Kalk etc. in unseren Blutgefäßen wird eindeutig mit Cholesterin oder hohen gesättigten Fettsäuren in Verbindung gebracht - und diese sind überwiegend in tierischen Produkten, wie Eiern und tierischem Fett zu finden.




Hinzu kommt, dass das Vitamin B12 in tierischen Produkten nur enthalten ist, weil die Tiere es im Futter zugesetzt bekommen. Und dieses Futter ist meistens genverändertes Soja, welches dann neben Antibiotika etc. durch den Fleischkonsum mit aufgenommen wird. Das Soja, was wir im Supermarkt als Lebensmittel kaufen können, ist nicht genverändert oder hormonell belastet.




3. Wir haben schon immer so gegessen - es liegt in unserer Natur. Haben wir schon immer Internet gehabt? Nein. Haben wir Tiere schon immer in Massenhaltung gezüchtet? Nein. Haben wir männliche Kücken schon immer lebendig durch den Schredder gejagt? Nein.Und auch die lieben Paleo-Anhänger würde bei genauem Recherchieren bemerken, dass die Steinzeitmenschen gar nicht so viel Fleisch gegessen haben, sondern überwiegend Früchte, Samen und Getreide.Und liegt es wirklich in unserer Natur Tiere zu töten? Würde man ein kleines Kind zwischen ein Kaninchen und einen Apfel setzten - es würde ganz bestimmt mit dem Apfel spielen wollen und das Kaninchen essen - NICHT!Wir sind rein anatomisch nicht dazu in der Lage ein Tier zu töten, hätten wir nicht brutales Werkzeug entwickelt. Unser Kiefer gleicht eher dem eines Herbi- und Frugivoren als eines Omni- oder Carnivoren (s. Bild). Nicht nur vom Aussehen, sondern auch in der Bewegung. Fleischfresser können den Kiefer lediglich auf- und abwärts bewegen, Pflanzenfresser jedoch auch mahlen (und jetzt darfst du mal ausprobieren, was dein Kiefer so alles kann...). Und unsere Schneidezähne sind auch nicht zurückgebildet, sondern sahen schon immer so aus - wir stammen ja schließlich vom Affen ab.




Also nein, es liegt nicht in unserer Natur Tiere zu töten und zu essen.

4. Ohne Käse geht es nicht. Oh, das war tatsächlich meine größte Sorge, die ich hatte, als ich auf vegan umgestiegen bin. Fleisch hin oder her, ich war lange Vegetarier (mein kurzer Ausflug zum Fleischessen mal außen vor gelassen) und Käse war meine Leibspeise.Nudeln gab es bei mir nicht mit Parmesan, sondern Parmesan mit Nudeln... Aber nachdem ich mich näher damit auseinandergesetzt hatte und mir bewusst wurde, dass für meinen Käsegenuss einer Mutter ihr Kind weggenommen wurde und wir tatsächlich die einzige Spezies sind, die die Milch ein anderen Spezies trinken, war mir wirklich nicht mehr nach Milchprodukten. Bei mir blieb auch zum Glück der Heißhunger nach Käse aus, als ich auf vegan umstellte. Viele berichten jedoch von richtigen Entzugserscheinungen - Kopfschmerzen, Unwohlsein etc. Und das hat einen guten Grund. In Käse ist Casein enthalten. Casein wirkt einfach gesagt wie ein Opioid im Gehirn - d.h. wir sind praktisch auf Droge, wenn wir Käse konsumieren. Und es ist bekannt, dass man auf Drogenentzug auch unter Entzugserscheinungen leidet. Aber da muss man dann eine kurze Zeit durch und schon ist der Käse vergessen.

5. Es ist viel zu teuer. Auch ein Argument, welches sich als komplett falsch herausstellte. Fleisch und Milchprodukte sind teuer. Auch hier bietet sich gut der Vergleich zwischen Rinderfilet und Bohnen an. Dass Bohnen um einiges günstiger sind, muss ich nicht groß erwähnen. Trotzdem liefern sie mehr Proteine und Vitamine als Rind - und natürlich kein totes Tier. Es wird allerdings teuer, wenn man dazu noch bio und regional einkaufen möchte. Aber das wäre es auch, als Fleischesser und Vegetarier.

6. Die Tiere sterben ja sowieso. Ha ha ha. Das Prinzip von Angebot und Nachfrage kennt jeder. Steigt die Nachfrage, steigt das Angebot und andersherum. Wenn also der Fleischkonsum reduziert wird, werden weniger Tiere in Massentierhaltung gehalten und somit auch weniger Tiere geschlachtet. Diese Tiere werden einfach nur gezüchtet um zu sterben! Und nur wir sind dafür verantwortlich.

7. Wenn ich Milchprodukte konsumiere, leiden die Tiere nicht - Kühe müssen gemolken werden. Leider auch ein Irrglaube, an dem ich viel zu lange festgehalten habe. Kühe geben erst Milch, wenn sie gekalbt haben (wie bei uns Menschen auch). Das heißt um an ihre Milch zu kommen, müssen ihnen die Kälber nach paar Tagen weggenommen werden und die Kühe auf "Dauerschwanger" programmiert werden, damit der Milchfluss nicht abbricht. Das ist weder natürlich noch moralisch vertretbar. Die männlichen Kälber kommen dann direkt zum Schlachter - als "Kalbfleisch". Die weiblichen werden für das gleiche Prozedere wie ihre Mütter aufgezogen - in abgetrennten Boxen mit Milchersatz. Klingt wirklicht toll. So läuft es nicht nur in der Massentierhaltung, sondern auch auf Freilandhöfen ab.

8. Bio ist doch vollkommen ok. Ob die Kuh in Massentierhaltung oder auf dem Nachbarhof aufgewachsen ist - der Schritt zwischen grasender Kuh und totem Fleisch auf dem Teller ist bei beiden ein und derselbe. Das Schlachthaus. Und das läuft es leider nicht mehr bunt und fröhlich, sondern brutal und unmenschlich ab. Und wer sich hier immer noch der Illusion hingeben möchte, die Tiere werden kurz und "schmerzfrei" getötet, täuscht sich gewaltig und darf sich gerne Dokus wie "Earthling" anschauen.Wie Paul McCartney so schön sagte: "Wenn Schlachthäuser Wände aus Glas hätten, wäre jeder Vegetarier."

Ich hoffe, die ein oder andere Frage hat sich klären können und er herrscht nicht mehr allzu große Verwirrung im Kopf. Fallen euch noch Argumente ein? Schreibt mir und ich ergänze sie! Tatjana xx Quellen: Harvard University Health Services, "Protein Nutrition" Harvard Health Services 2012; (Proteinbedarf) [Quelle als PDF] https://www.bmi-rechner.net/kalorien-naehrwerte/kalorien-schwarze-bohnen.htm https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/faq/protein/#c5295

Roberts, W. C. (2017). Cholesterol is the Cause of Atherosclerosis. American Journal of Cardiology, 120(9), 1696. https://doi.org/10.1016/j.amjcard.2017.07.071

Trivedi, M. S., Hodgson, N. W., Walker, S. J., Trooskens, G., Nair, V., & Deth, R. C. (2015). Epigenetic effects of casein-derived opioid peptides in SH-SY5Y human neuroblastoma cells. Nutrition & Metabolism, 12(1), 54. https://doi.org/10.1186/s12986-015-0050-1

https://vebu.de/veggie-fakten/zitate-beruehmter-vegetarier-und-veganer/

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