• Tatjana

Stillen - meine Einstellung & Tipps für erfolgreiches Stillen

Dieser Moment, wenn dein Baby dich mit großen Augen anschaut während es an deiner Brust trinkt und nebenbei mit seiner kleinen Hand darüber streicht, ist für mich einfach unbeschreiblich und nicht selten schießen mir die Tränen in die Augen voller Dankbarkeit und Glück.


Leider hat nicht jede Mutter von Anfang an eine problemlose Stillbeziehung zu ihrem Baby, manche wollen nicht stillen und andere können nicht. Deswegen möchte ich vorab sagen: Alles davon ist OK! Ich schreibe diesen Artikel, wie immer aus meiner persönlichen Perspektive und Erfahrung heraus und verurteile niemanden, der es anders sieht/handhabt! :)





Wie unsere Stillbeziehung anfing

Ich hatte mir schon bereits vor der Geburt oft vorgestellt, wie wir das erste Mal stillen und tatsächlich lief es fast genauso ab. Auch wenn ich mir mehr Gedanken ums Stillen als um die Geburt gemacht hatte und vor allem Sorgen hatte, dass das Stillen schwierig werden könnte (da es das einfach für viele Mütter/Kinder ist), waren all diese Gedanken unbegründet.


Unser Yogamädchen hat sich direkt lautstark bemerkbar gemacht und wollte sofort an die Brust - kein Wunder, nach über 33 Stunden hätte ich auch einen enormen Hunger... :D

Ich wollte, dass sie so selbstbestimmt wie möglich trinken kann, ohne, dass ihr direkt die Brust in den Mund geschoben wird. Denn für mich war und ist es das natürlichste auf der Welt, dass mein Baby kompetent genug ist, um direkt und für es korrekt an der Brust trinken zu können. Ausnahmen wie ein zu kurzes Zungenbändchen usw. sind da natürlich ausgenommen.

Und es war ein voller Erfolg! Zwar biss sie mir erstmal schön in die Brust vor lauter Übermut, aber danach dockte sie komplett schmerzfrei für mich an.


Der Milcheinschuss & die ersten Wochen

Als dann nach drei Tagen der Milcheinschuss kam, wurde es unangenehm. Meine Brüste sahen aus wie frisch nach einer OP (hab google gefragt, wie so was aussieht - nicht basierend auf eigener Erfahrung...) und die Milch sprudelte nur so. Auf dem Bauch liegen war dadurch erstmal wieder sehr unangenehm. Zum Glück legte sich das noch im Wochenbett wieder, wobei ich bis zur 9. Woche zu viel Milch hatte und mir manchmal wünschte, die Kleine würde einfach nur trinken. Allerdings war das nicht wirklich schmerzhaft, sondern eher lästig. Dennoch war ich dankbar für mein "Milchproblem" - denn lieber zu viel, als zu wenig!


Nachdem sich der Milchfluss wieder reguliert hatte, wurde das Stillen noch entspannter als es ohnehin schon gewesen ist. Von wunden Brustwarzen in den ersten Tagen oder auch später keine Spur. Sie waren anfangs etwas empfindlich, aber ist auch irgendwie klar, wenn auf einmal ein Baby damit ernährt wird.





Ernährung und Stillen

Die einen streiten es ab, die anderen sind davon überzeugt - wie bei so vielem. Bei was sich aber alle, die ich in meinem Umfeld kenne (Hebammen, Ärzte, Mütter) und Studien einig sind, ist das Kuhmilch Koliken, Bauchweh, Hautprobleme und Unverträglichkeiten fördert, wenn nicht sogar in vielen Fällen hervorruft.


Um dies von Anfang an zu vermeiden, ist es also sinnvoll auf Kuhmilch zu verzichten. Und da es nicht klar zu unterscheiden ist, ob die Babys auf den Milchzucker und/oder das Milcheiweiß reagieren, sollte auch keine laktosefreie Milch getrunken werden, da in dieser die Milchweiße weiterhin enthalten sind.


Kaffee darf, wie auch in der Schwangerschaft, in Maßen konsumiert werden. Das heißt 200mg sollten nicht überschritten werden. Ich habe anfangs trotzdem auf koffeinfreien zurückgegriffen, da unser Yogamädchen ja sehr unruhig und wenig geschlafen hat. Da wollte ich einfach jegliches Riskio eliminieren. Mittlerweile trinke ich zwei Hafermilch Cappuccinos am Tag, oder einen Cappuccino am Morgen und mittags einen Espresso. Da ich Kaffee aber wegen dem Geschmack und nicht wegen dem Koffein trinke, komme ich auch gut ohne Kaffee aus - missen möchte ich ihn trotzdem nicht :D


Ansonsten ist es sehr wichtig genug zu trinken! Ist es sowieso, aber als stillende Mama noch mehr. Ich hatte und habe teilweise aber auch immer noch einen enormen Durst beim Stillen - auch wenn ich schon 3 Liter intus habe.


Warum ich das Stillen liebe

Stillen ist für mich die natürlichste und schönste Art mein Baby zu ernähren. Es stärkt enorm die Bindung und es ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl, wenn das Baby trinkt bzw. an der Brust auch einfach nur zur Ruhe kommt. Ich verwehre unserer Kleinen auch nicht die "Beruhigungs-", "Nachtisch-" und "Einschlaf-" brust. Bislang stellt es für mich kein Problem dar und sie liebt es auch einfach mal nur nuckeln zu dürfen. Wenn wir Naturvölker betrachten, wird da einfach nicht drüber nachgedacht. Die Babys haben freien Zugang zur Brust, können trinken wann und wie viel sie wollen. Da wird nicht über Zeitabstände oder Gründe nachgedacht, weshalb das Baby gerade die Brust möchte. Es darf sie einfach haben. Ich finde das macht es einfach unkomplizierter.


Manchmal wird bei uns zu viel über Dinge nachgedacht. Die richtige Stillposition finden, bloß richtig mit Kissen abpolstern, auf die Uhrzeit und nicht Babys Zeichen achten usw.


Mir hat es geholfen von Anfang an eben nicht darüber nachzudenken, wie und wo ich sie stille. So stille ich sie im Sitzen, liegen, stehen und manchmal auch beim Gehen. In der Trage schaffen wir es auch unterwegs tiefenentspannt (und unbemerkt - ist für manche ja auch wichtig).





Stillen in der Öffentlichkeit

Da dieses Thema oft diskutiert wird, möchte ich auch hier kurz ein paar Worte dazu äußern. Stillen ist dazu da, ein Lebewesen zu ernähren und am Leben zu erhalten! Punkt. Mehr sollte man dazu eigentlich nicht sagen müssen.

Wen es stört, dass eine Mutter in der Öffentlichkeit ihr Kind auf natürlichstem Wege ernährt, sollte sich umdrehen, wegschauen oder am besten gehen und das ohne ein Wort darüber zu verlieren. Wer sich durch Stillen in irgendeiner Art und Weise angegriffen oder belästigt fühlt, hat kein Problem mit der Mutter, sondern mit sich selbst.

Frauen zeigen ihren oftmals sehr nackten Körper überall - auf den sozialen Medien, in der Öffentlichkeit oder in der Werbung. Nichts davon wird thematisiert. Aber sobald eine Mutter gänzlich bekleidet ihr Kind mit der Brust füttert ist es ein Problem?


Mir ist bisher noch niemand irgendwie blöd gekommen oder hat das Stillen kommentiert. Und wenn das mal der Fall sein sollte, wird diese Person das oben gesagte von mir zu hören bekommen. #sorrynotsorry



5 Tipps für erfolgreiches Stillen

Ich kann nicht versprechen, dass es dadurch mit dem Stillen klappt - auf manche Gegebenheiten können wir keinen Einfluss nehmen. Aber es hilft vielleicht Sorgen zu nehmen.


1. Anderen Mütter beim Stillen zuschauen. - Es hilft, zu sehen, dass es nicht nur eine Anlegeposition gibt. In anderen Völkern ist es normal, dass Frauen sehen wie andere ihre Babys stillen und davon lernen sie.


2. Kopf aus, Bauch an. - Höre auf dein Bauchgefühl. Versuche nicht zu viel nachzudenken und vertraue deinem Baby. Wo wir zum nächsten Punkt kommen:


3. Dein Baby ist kompetent genug. - Dein Baby weiß wie, wann und wie viel es trinken muss. Es ist ein Überlebensinstinkt. Medizinische Probleme natürlich ausgeschlossen! Oft sprechen wie unserem Baby Kompetenzen zu, die es einfach nicht hat und auf der anderen Seite welche ab, die es definitiv besitzt.


4. Viel trinken, nicht hungern. - Stillen raubt Energie. Nicht nur psychisch, sondern vor allem physisch. Deswegen ist Diät halten, wenn du stillst, so mit das Letzte, was du tun solltest.


5. Es ist ok, wenn es nicht ok ist. - es ist nicht verwerflich, noch bist du eine schlechtere/bessere Mutter, wenn du nicht stillen kannst oder es nicht möchtest. Oder einfach mal in einem Moment keine Lust hast, dein Baby nur nuckeln zu lassen. Sei da und halte es. Mehr braucht es nicht.


Ich hoffe, ihr konntet etwas für euch mitnehmen! Ich wünsche euch eine schöne (Still-)beziehung zu eurem kleinen Wunder!


Quellen (die Videos sind zu empfehlen, für den Artikel habe ich auch die zitierten Publikationen gelesen):

https://nutritionfacts.org/video/treating-infant-colic-by-changing-moms-diet/


https://nutritionfacts.org/video/how-to-treat-reflux-in-children-with-diet/


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