• Tatjana

Schwanger: Mein erstes Trimester - ehrlicher Rückblick

Nun ist es offiziell: Ein kleines Yoga-Baby ist unterwegs. Und wir freuen uns riesig. Bevor ich ins Thema einsteige möchte ich hier nochmal betonen, dass jede(!) Schwangerschaft individuell und anders ist! Und auch, wenn es einen anderen Eindruck erwecken sollte, ich kann bis hierhin sagen, dass ich definitiv nicht das letzte Mal schwanger gewesen bin.

Wie wahrscheinlich jedes Mädchen und jede Frau, die gerne Mutter werden möchte, hatte auch ich Vorstellungen von mir als Schwangere. Eine davon war es, weiterhin Yoga und Sport zu treiben - wenn auch etwas weniger intensiv, aber trotzdem regelmäßig. Um die Spannung zu nehmen - das hat bisher so absolut gar nicht funktioniert. Man liest und hört immer von diesen tollen Schwangerschaften, die Mütter sehen super aus, strahlen, und treiben vom ersten Trimester bis zum Schluss Sport... Es geht auch anders und darüber möchte ich hier sprechen. Schwangere sollten nicht einfach nur funktionieren müssen, vor allem nicht in den ersten drei Monaten - denn die sind oft (nach Hörensagen und eigenem Empfinden) am anstrengendsten.



Woche 6-10

Relativ schnell wusste ich, dass ich schwanger bin. da mein Zyklus sehr regelmäßig ist und alles vom Timing her passte. Ein Schwangerschaftstest hat dann auch ausgereicht um unseren Verdacht zu bestätigen. Genauso wie es dann der Frauenarzt (FA) getan hat. Das war am 17.12.18 der Fall, also ein wunderbares Weihnachtsgeschenk! Einen Tag später war dann alles allerdings weniger wunderbar. Nicht nur starke Übelkeit übermannten mich, sondern auch enorme Nackenschmerzen, die zu Schwindel und noch mehr Übelkeit führten. An Yoga oder sonstige Bewegung war nicht mehr zu denken, auch meine morgendliche Meditation blieb auf der Strecke. Denn glaubt mir, mit Übelkeit und dem Gefühl jeden Moment zur Toilette rennen zu müssen, lässt es sich nicht so gut meditieren.

Ich musste mich nicht jeden Tag übergeben, aber bestimmt 1-2 Mal pro Woche. Mir wäre es tatsächlich lieber gewesen jeden Morgen einmal... Denn danach war wenigstens die Übelkeit so gut wie verschwunden. Was aber viel unangenehmer gewesen ist, ist die Tatsache, dass mir 24/7 dauerübel war.



Woche 11-14

In der 11./12. Woche wurde es dann langsam besser und es gab mehr "gute" Tage. Auch kam die Energie langsam wieder zurück. Vorher konnte ich wirklich im Stehen einschlafen und sogar Sprechen viel schwer. Yoga unterrichten wurde zur Herausforderung :D

So kam es, dass ich auch an manchen Tagen immer mal wieder trainierte. Nach der ersten intensiveren Trainingseinheit dann der kleine "Schock". Leichte Schmierblutungen... Zwar ging es mir gut und mein Bauchgefühl sagte mir auch, dass alles in Ordnung ist. Dennoch muss es in der SW überprüft werden. Beim FA war dann alles super, das Herzchen schlug kräftig und es war wohl nur ein kleines Äderchen gerissen, aufgrund der starken Durchblutung. Aber ab dem Moment wurde mir klar, dass "sich-um-das-kleine-Würmchen-sorgen" von nun an zu meinem Leben gehört und alles andere einfach unwichtig wird.

Kaum war die 12. Woche dann geschafft, hat mich eine heftige Erkältung erwischt. Und glaubt mir, Reizhusten in der Schwangerschaft ist kein Zuckerschlecken. Vor allem nicht für den Unterleib.

Nun bin ich in der 15. Woche angekommen (also 14 Wochen schwanger). Die Erkältung ist noch nicht ganz weg, aber besser. Leider ist die Übelkeit immer noch präsent und durch den Husten nicht gerade angenehmer. Aber ich habe Hoffnung. Irgendwann muss es besser werden. Langsam verlässt mich jedoch meine Geduld und ich würde sehr viel dafür geben um wieder regelmäßig auf meine Yogamatte hüpfen zu können. Und wenn es dann soweit ist, werde ich es in vollen Zügen genießen und darauf freue ich mich!



Fazit

Das klang jetzt nach sehr viel Gejammer, aber ich möchte weder Mitleid, noch Angst machen. Was ich möchte ist, dass Schwangere nicht miteinander verglichen werden und nicht funktionieren müssen! Manche sind super fit und können auch im ersten Trimester alles machen. Andere wiederum brauchen Infusionen und können nichts zu sich nehmen. So oder so die Schwangerschaft ist absolute Höchstleistung, die der weibliche Körper erbringt und verdient endlosen Respekt. Und keine Schwangere sollte sich schlecht fühlen, weil sie vielleicht nicht aktiv sein kann. Leider hat man selbst keinen Einfluss drauf, zu welcher Sorte Schwangere man gehört. Ich hab normalerweise nie Probleme mit Übelkeit, übergeben musste ich mich vor der SW das letzte Mal in der Grundschule und auch meine Blutwerte sind bisher top. Und trotzdem hat es mich "erwischt".

Die Schwangerschaft ist kein Zeitpunkt um sich zu etwas zu zwingen, einfach aufzuraffen oder irgendeinen "Schweinehund" zu überwinden. Vielmehr sollte jede Frau auf ihren eigenen Körper hören und wenn der vielleicht mehr Ruhe braucht, als ein anderer Körper, ist das mehr als gut und wichtig.


Kleiner Tipp für alle, des gut meinen: Eine Schwangere, die unter diesen Symptomen leidet, möchte bitte nicht(!) hören, dass sie es doch genießen soll, dass die Schwangerschaft etwas besonderes ist oder dass sie durchhalten soll und dass alles halb so wild ist...

1. Sie weiß, dass die SW etwas tolles ist und 2. es ist einfach mies, nicht zu wissen, ob alles mit dem 3. Monat aufhört oder nicht und vor allem für sehr aktive Frauen kann das zur Qual werden. Seid einfach nur für die Schwangere da, hört zu und nehmt Rücksicht/zeigt Verständnis - das reicht :)


P.S.

Oh und bitte haltet euch von Schwangeren fern, wenn ihr erkältet seid! Und da man manchmal ja nicht weiß, ob jemand schwanger ist, sollte das sowieso ein Grundsatz sein. Wer krank und erkältet ist, gehört ins Bett oder zumindest auf Abstand zu anderen Menschen und kleinen Kindern. Danke :)

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