• Tatjana

Scheitern ist wichtig - nicht nur auf der Yogamatte

Vor allem während der Schulzeit hatte sich bei mir die Annahme gefestigt, dass Scheitern gleichzusetzen ist mit aufgeben, nicht gut genug sein oder sich nicht genug angestrengt zu haben. Diese Annahme zog sich durch alle Lebensbereiche - sei es die Leistung in der Schule, etwas später dann im Sport und in auch in persönlichen Beziehungen. Scheitern war etwas was grundsätzlich vermieden werden musste. Perfektionismus in jedem Lebensbereich - das kann einfach nicht gut gehen. Und erst Recht dann nicht, wenn sich dieser Perfektionismus auf etwas essentielles wie Essen und die Gesundheit ausbreitet.



Dann kam Yoga

Mit 18 fand ich zu meiner Yogapraxis - das ist nun 9 Jahre her. Und in diesen 9 Jahren hat sich enorm viel verändert, nicht nur auf meiner Matte.

Yoga gibt uns dieses gute Gefühl. Ganz egal welchen Stil du praktizierst, du hast ihn gefunden, weil er zu dir passt und sich für dich einfach richtig anfühlt. Vielleicht bist du auch noch auf der Suche. Was ich immer mehr vor allem durch soziale Medien feststelle, habe ich selbst jahrelang bewusst und unterbewusst praktiziert - Perfektionismus auf der Yogamatte. Verbissene Gesichter, wenn eine Übung nicht so klappen will oder wir zum 100. Mal aus der Arm Balance fallen... Scheitern gibt es im Yoga nicht. Dabei sollte doch gerade unsere Yogamatte frei von diesen Gedanken, Gefühlen und Verbissenheit sein.

Unsere Yogapraxis spiegelt unseren Alltag wieder. Scheitern = Schwäche.


Scheitern ist das Beste, was uns passieren kann

Für mich entwickelt sich Scheitern immer mehr zu einer absoluten Bereicherung. Vor allem hat mich meine Yogapraxis dies gelehrt. Denn nur, wenn ich immer wieder "scheitere" kann ich besser werden.

Klar, wir lesen immer mehr darüber und im Kopf macht das auch alles Sinn. Allein Sprüche wie "Aus Fehlern lernt man:" beschreiben dies. Doch wirklich gut fühlen wir uns dabei immer noch nicht, kommen uns trotzdem als Versager vor, wenn wir Scheitern.

Es dauert bis wir wirklich realisieren wie wertvoll Scheitern ist. Und das davon nicht unser Leben abhängt. Du hast eine Prüfung in den Sand gesetzt? Ein Yoga Workshop lief total mies? Die Verwirklichung deines absoluten Traums hat sich im Sand verlaufen? Oder konntest du diese eine Beziehung einfach nicht retten? Es gibt endlos viele Situationen in denen wir scheitern und es immer und immer wieder tun werden. Und wir lernen daraus. Wir wachsen, sammeln Erfahrungen und können Dinge einfach anders machen.


Der Rückblick hilft

Mir hilft es immer wieder zurückzublicken. Situationen, in denen ich das Gefühl hatte eine absolute Versagerin zu sein, zu reflektieren. Und jedes einzelne Mal bemerke ich, wie wertvoll genau diese Situation für mich und mein Wachstum gewesen ist. Das Leben geht weiter - das ist ein Fakt. Und selbst Dinge, die dir nun vorkommen wie die Endstation in der Beziehung, im Job oder sonst wo, sind in 5 Jahren im Rückblick doch zu verkraften gewesen, du hast daraus gelernt oder vielleicht waren sie rückblickend auch nicht so schlimm wie es dir damals vorkam.

Ich stehe nicht nur vor dem Lebensprojekt Mama zu werden, sondern auch vor einigen anderen. Viel Verantwortung, Geld, Zeit und was nicht noch alles darin steckt. Das alles kann scheitern. Dieses Scheitern kann Konsequenzen haben, aber es sind keine, die nicht irgendwie zu beheben wären. Es gibt einen Plan B. Aber wer sagt, dass wir den überhaupt brauchen?

Wer das Risiko des Scheiterns nicht eingeht, wird nie wissen, was alles möglich gewesen wäre.

xx

Tatjana

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