• Tatjana

Mein erster Muttertag - was ich bisher gelernt habe

... also eigentlich mein zweiter - denn letztes Jahr zu dieser Zeit, war ich schon mit dem Yogamädchen schwanger. Muttersein beginnt für mich nicht erst mit der Geburt, es findet schon viel eher statt. Zumindest auf emotionaler und körperlicher Ebene.


Am Muttertag dürfen alle Mamas, alle, die es gerne wären, aber nicht sein können, alle die mit einem Verlust zu kämpfen haben, alle, die dabei sind Mama zu werden, alle Mamas, die nie ein Kind geboren haben und alle die eine Mamarolle übernehmen, gefeiert werden!

Nun möchte ich aber mit euch teilen, was mich das Mamasein bisher gelehrt hat, welche Erkenntnisse ich mitnehmen durfte und ob ich das alles noch einmal genauso machen würde.


Mit der Geburt wird auch eine Mutter geboren


Etwas, dass so viel aussagt. Und um mich meinen Worten oben anzuschließen, wächst die Mutter in einer Frau schon genauso wie das Kind in ihr heranwächst.


Nach der Geburt dreht sich alles um das Baby. Wie geht es dem Baby? Wie ist es mit dem Baby? Schläft es gut? Alles Fragen, die schon ganz natürlich aus einem herausgesprudelt kommen. Aber es geht genauso auch um die Mutter. Wie hat sie die Geburt empfunden? Wie geht es ihr mit dieser enormen Umstellung?


Mamas, ich sehe euch. Ich fühle mit euch. Ihr seid nicht allein und ihr macht das verdammt großartig.


Jede Frau muss lernen, wie es ist eine Mama zu sein, genauso wie das Kind nun alles auf dieser Erde erlernen darf. Beide wachsen mit ihren Fehlern und Aufgaben und niemand ist perfekt und sollte danach streben.


Handle aus Liebe


Das, was dein Kind wirklich braucht, ist eine liebende Mama. Es ist egal, wie du aussiehst, wie schnell du "zurück in Form kommst", was du ihm alles bieten kannst/möchtest - alles was zählt ist, wie viel Aufmerksamkeit, Zeit und Liebe du ihm schenkst. Dein Kind wird sich nicht daran erinnern, wie straff Mamas Bauch nach der Geburt war, ob Mama immer wie aus dem Ei gepellt aussah oder all diese Dinge, die oft erwartet werden. Dein Kind wird sich an all die Kuscheleinheiten, die liebevollen Worte, das Geschichten vorlesen, das gemeinsame Baden, dein Lachen, deine tröstende Stimme und die Liebe, mit der du ihm begegnest erinnern. An nichts anderes.


Lass' dich nicht beirren


Und genau deswegen, vertrau auf dich. Du kennst dein Kind am besten und du bist genau die Mama für dein Baby, die es braucht. Und jede Mama, die aus purer Liebe handelt, möchte nur das Beste. Aber dennoch wird es immer Leute geben, die etwas besser wissen, anders sehen, dir das Gefühl geben wollen, du bist nicht gut genug. Lass' dich nicht beirren. Bleibe dir treu und höre auf dein Herz - es kennt den Weg.



Mamasein ist paradox


Es ist das Schönste und zugleich härteste, was du je in deinem Leben erschaffst. All die schlaflosen Nächte, die Sorgen um das Wohlergehen deines Babies, die Zweifel, ob du auch wirklich eine gute Mama bist gehören dazu und machen es uns an manchen Tagen so so schwer.


Und dann? Dann lächelt dich dieses kleine, wundervoll vollkommene Wesen an und dein Herz geht auf, alles ist vergessen. Der Körper ist schon ein verrücktes Ding. Mindestens einmal am Tag schießen mir die Tränen in die Augen, weil ich schier vor Liebe platze. Und immer denke ich, ich kann nicht noch mehr lieben - bis wieder ein Tag mit der Erkenntnis "Ich liebe dich jeden Tag mehr." vergangen ist.


Und dann kommen wieder diese Nächte, wo ich weinend, verzweifelt, erschöpft daliege und nicht weiß, wie ich all das schaffen soll und warum ich dazu bestimmt wurde, Mama zu sein...


Ja, Mama, das gehört von nun an dazu. Es wird nicht leichter, es wird anders. Und irgendwie immer schöner. Wie gesagt, Mamasein ist einfach paradox.


Es ist alles nur eine Phase


Hachja... Diese Worte hallen immer in meinem Kopf mit. Vor allem als Mama von einem High-Need Baby mit Neurodermitis, haben sie mich schon durch die ein oder andere sehr nervenzehrende Phase gebracht. An sich versuche ich jeden Moment mit dem Yogamädchen aufzusaugen, sie wird nie wieder so klein wie heute sein, schon im nächsten Moment hat sie wieder etwas Neues gelernt, ist älter geworden. Irgendwann werde ich mich zurückerinnern, an diese Zeit, wo sie nur Mamas Brust und Nähe brauchte und ich weiß, dass ich es dann vermissen werde. Trotzdem sind manche Dinge einfach besser heute als morgen vorbei - wie z.B. die Neurodermitis-Ausschläge. Die werde ich definitiv nicht vermissen. Wie oft wünsche ich mir, mein Baby, wie andere Mamas, wickeln zu können, dabei Spiele zu spielen und Lieder zu singen, es massieren zu können und einfach nackig durch die Gegend krabbeln/laufen zu lassen... All das geht nicht und bleibt uns als Erfahrung verwehrt. Und genau dabei hilft mir, der Gedanke, dass es vorbei geht uns einfach eine Phase ist - wie lange sie auch dauern mag.


Mehr davon


Ich liebe es Mama zu sein. Für mich ist damit, mein Lebenstraum in Erfüllung gegangen. Ich bin vervollständigt worden und zu der Frau geworden, die ich bestimmt bin, zu sein.

Ich kann es kaum erwarten und hoffe, das alles noch mindestens einmal erleben zu dürfen. All die Höhen und Tiefen und vor allem diese unendliche, bedingunglose Liebe.


Danke, meine Tochter, meine Erstgeborene, dass du mich zu einer Mama gemacht hast.


An all' die Mamas, die kämpfen


Gerade zu dieser Zeit wird vieles gefordert. Alles ist anders. Und das bedeutet vor allem für Alleinerziehende, Mamas von Kindern mit besonderen Bedürfnissen und frisch gebackene Mamas extreme Herausforderungen. All meine Gedanken und Energie geht an euch - den größten Respekt für das, was ihr tagtäglich leistet und euren Kindern trotzdem versucht die beste Mama zu sein. Und ihr seid die Beste - auch und gerade, wenn ihr zu kämpfen habt. Aber steht es euch auch zu verletzlich zu sein und nach Hilfe zu fragen. Zusammen sind wir stärker.


Ich bin aus tiefstem Herzen dankbar, zum "Club" der Mamas gehören zu dürfen.


Namasté <3

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