• Tatjana Pfarr

Ist das, was du willst, wirklich das Beste für dich?

Wie oft im Leben sind wir fest davon überzeugt zu wissen was das Beste für uns ist? Und wie oft werden wir dann eines Besseren belehrt? Meistens auf die harte Tour.

Vor ein paar Jahren war da dieser Kerl. Ich war gerade frischer Single und dabei dieses Dasein voll und ganz auszuleben. Bis dieser eine Kerl auftauchte. Es fing alles ganz unkompliziert und locker an. Und wie es so oft ist, bleibt es nicht dabei. Von einer Seite entwickeln sich oft mehr Gefühle - und natürlich war das in diesem Fall von meiner Seite aus. Ich war fest davon überzeugt, dass es irgendwann funktioniert. Zwar dachte ich tatsächlich nie, dass ich die eine sei, die ihn ändert. Den Bad Boy zähmt. Aber doch war ich davon überzeugt, dass es zumindest für eine gewisse Zeitspanne gut klappen könnte und er sich darauf einlassen würde. In meinem Kopf hat alles einen wunderbaren Sinn ergeben. Ich musste nur hart genug kämpfen und dran bleiben, dann würde das schon werden...


Fast forward: es wurde zu meinem großen Glück (!) natürlich nichts! Und was noch mein Glück gewesen ist: Ein tiefes Vertrauen, dass mein Leben schon so laufen wird, wie es laufen soll. Und dass alles irgendwann einen Sinn ergibt oder zumindest irgendwann nicht mehr so dramatisch erscheint. Oftmals sind wir so sehr davon überzeugt, zu wissen wie unser Weg aussehen soll. Dass genau dieser Partner, der eine ist, dieser Job unser Traumjob,... (fühl' dich frei zu ergänzen). Und manchmal haben wir Recht. Dann lohnt es sich zu kämpfen, dran zu bleiben und nicht aufzugeben. Aber wenn du alles in deiner Macht stehende probiert hast, all deine Energie darauf verwendet hast, diese Vorstellung zu verwirklichen und es immer noch nichts geworden ist, dann kommt der schwierigste Part des Lebens - das Loslassen und Vertrauen.


Photo by Allie Smith on Unsplash

Lass' los, was nicht für dich bestimmt ist

Loslassen von Überzeugungen, die nicht die Richtigen für uns sind. Von Menschen, die uns mehr schaden als gut tun. Von einer Zukunft, die nicht, die unsere ist und von der wir niemals wissen werden, was sie für uns bereit hält.

Vielleicht ist es naiv und lächerlich, vielleicht auch weise und reif - ich weiß, dass mein Leben einem Plan folgt, den ich nicht kenne. Und selbst wenn es keinem Plan folgt, es wird sich alles zu einem großen Ganzen zusammenfügen. Wie, wann und wo das werde ich erst wissen, wenn ich da bin. Und auch dann geht es noch weiter. Wohin? Werde ich dann sehen.

Das was ich aber mit Sicherheit sagen kann ist, dass wir gleichzeitig kämpfen und loslassen sollten. Kämpfen bis zu dem Punkt, an dem wir merken, dass wir daran kaputt gehen werden, wenn wir weitermachen. Um dann loszulassen und uns dem Fluss des Lebens hinzugeben. Wir brauchen Ziele und Visionen in unserem Leben - nur brauchen wir auch immer ein kleines Stückchen Flexibilität um mit dem Strom des Lebens fließen zu können.



Drei Beispiele aus meinem eigenen kleinen Leben:

1. Ich selbst war als Kind der unsportlichste Mensch überhaupt. Nicht mal im Kinderturnen habe ich mich blicken lassen. Mit 17 Jahren dann die Wandlung. Ich fing an zu tanzen und Yoga zu praktizieren. Mit 20 folgte das Sportstudium. Hätte mir jemand vier Jahre vorher gesagt, was ich mal studieren würde, hätte ich diese Person ausgelacht. Ich war fest davon überzeugt Grundschullehrerin zu werden und kurz danach davon eine Karriere bei der Bank zu starten... Aber Sportwissenschaften?! Niemals! Yogalehrerin?! Haha, wie witzig.


2. Ich habe Mathe gehasst! Also eigentlich nicht gehasst, aber es einfach nie verstanden. Forschungsmethoden in der Uni, im Zweitversuch bestanden, Aber auch nur weil ich ein Semester nichts anderes außer das gelernt habe um nicht in den Drittversuch zu müssen. Und noch zu Beginn der Bachelorarbeit war mir Statistik ein Rätsel. Und schwupps, durch einen mehr als inspirierenden und engagierten Betreuer während der Arbeit, nach einer 4-stündigen Statistikaufklärung und einigen Selbstversuchen später macht mir dieser Mist wirklich Spaß!


3. Vor gut zwei Jahren lernte ich Timo kennen. Es war tatsächlich Liebe auf den ersten Blick. Alles schien perfekt. Traummann, Studium in der Tasche und das alles in meiner Herzensstadt Frankfurt am Main (an alle Frankfurter Homies: Ich hoffe, ihr wisst diese Stadt zu schätzen!). Doch das Leben hatte einen anderen Plan. Schon als wir uns kennen lernten stand fest, dass Timo zurück in seine Heimat Berlin gehen wird. Auf Fernbeziehung hatte ich keine Lust. Also hieß es Sachen packen und mitgehen. Ich hab meine Vorstellungen, die ich bis dahin hatte (Masterstudium in Frankfurt etc.) losgelassen, denn ich wusste, dass das Leben wohl einen anderen Plan hat. An diesem Plan habe ich oft gezweifelt, bin durch schwere Monate gegangen (physisch, wie auch psychisch), denn in der neuen Heimat schien nichts zu klappen! Doch tief in mir wusste ich, dass all das mich zu dem Menschen werden lässt, der ich bestimmt bin zu sein. Und ich wusste auch, dass alles irgendwann einen Sinn erfüllt. Und auch wenn es der Sinn gewesen ist, mich aus eigener Kraft heraus wiederzufinden nachdem ich mich verloren hatte. Denn oftmals ist genau das, die größte Herausforderung im Leben.


Woran hälst du gerade fest, obwohl du daran kaputt zu gehen scheinst? Ist es vielleicht an der Zeit loszulassen und einfach zu vertrauen?

Eure Tatjana, xx

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