• Tatjana

Irgendwie hat am Ende alles einen Sinn - eine kleine Geschichte

Die Vorgeschichte

Die meisten studieren Sportwissenschaften wahrscheinlich, weil sie schon immer sportlich gewesen sind und Sport ein Bestandteil ihres Lebens ist. Nicht so ich. Sport hat bis zu meinem 18. Lebensjahr nie eine große Rolle in meinem Leben gespielt. Das einzige, was bis dato als sportliche Betätigung durchgegangen wäre, wäre wahrscheinlich der Sportunterricht in der Schule gewesen - doch habe ich auch da immer wieder gute Gründe gefunden nicht teilzunehmen (sonst war ich natürlich eine sehr gewissenhafte Schülerin).



Für das Studium habe ich mich vor allem wegen der Theorie entschieden, da ich die Bewegungsabläufe des Menschen und den menschlichen Körper schon immer interessant fand und ein gutes Körpergefühl hatte (muss wohl in den Genen liegen - durch Sport kam das Körpergefühl auf jeden Fall nicht :D ).

Jedoch war die Praxis für mich eine enorme Herausforderung. Am meisten Zeit, Schweiß und Tränen hat mich Schwimmen gekostet. Brustschwimmen konnte ich und das auch gut. Den Rest habe ich nie gelernt. In der Schule habe ich mich immer in den Anfängerkurs geschmuggelt um die gute Note auf dem Zeugnis stehen zu haben - doch mehr als Brustschwimmen und Tauchen musste man dort nicht. Nun kam ich allerdings nicht drumherum.


Der Weg

Drei Semester lang nahm ich an den Schwimmkursen (die immer nur im Winter stattfanden) teil ohne jedoch die Prüfung zu absolvieren. Ich ging regelmäßig schwimmen und nahm mir dann sogar eine private Trainerin um endlich richtig kraulen zu lernen. Als ich dann endlich kraulen konnte und nicht mehr das Gefühl hatte dabei zu ertrinken, konzentrierte ich mich auf Delphinschwimmen. Dafür meldete ich mich beim Hochschulsport für Delphinschwimmen an und fuhr jeden Dienstagabend nach Frankfurt zum Training. Zusätzlich kamen die zwei Schwimmkurse von der Uni hinzu und mindestens einmal in der Woche ging ich noch privat trainieren. Drei Jahre hatte es gedauert bis ich mich endlich zur Prüfung anmeldete.

Es war ein absoluter Kampf, aber einer, der sich gelohnt hat.



Der Sinn dahinter

Nicht nur habe ich dadurch festgestellt, dass mir Schwimmen wirklich Spaß macht und als es einmal Klick gemacht hatte auch gar nicht mehr so grauenvoll war. Sondern ich habe dadurch Timo kennen gelernt. Wäre ich nicht regelmäßig privat noch schwimmen gegangen um besser zu werden, hätten wir uns nie im Schwimmbad kennen gelernt, zusammen trainiert und weitere drei Jahre später unsere kleine Familie gegründet. Hätte mir das jemand gesagt, als ich das erste Semester Schwimmen abends weinend im Bett lag, weil ich nicht wusste wie ich das schaffen sollte, hätte ich ihn für verrückt erklärt.

Mein Leben wurde also um so einiges bereichert - weil ich nicht aufgegeben und auf das Leben vertraut habe. Und dass kann jeder von uns. Es ist eine innere Einstellung, an der wir tagtäglich arbeiten können. Das Beste aus allem herauszuholen und auch die schlechten Tage anzunehmen, denn sie gehören eben einfach dazu.

Oft wissen wir nicht warum wir durch etwas durchmüssen. Wir verstehen es nicht, verzweifeln und wollen am liebsten einfach aufgeben. Doch es lohnt sich weiterzumachen, zu vertrauen, dass das Leben irgendetwas für uns bereit hält.

Aus einem miesen Gefühl in der Magengegend, immer wenn ich wieder in die Uni zum Schwimmen musste, zig Ausreden weshalb ich nicht teilnehmen kann, wurde eine Sportart, die ich nicht mehr missen möchte, die mir meine große Liebe bescherte und die ich aktuell auch in meinem letzten Trimester noch mind. zweimal die Woche ausübe.


Wenn ich eines weiß, dann das wir nie, absolut nie wissen was das Leben noch für uns bereit hält. Und doch macht am Ende alles irgendwie einen Sinn.

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