• Tatjana

Diagnose: Hüftdysplasie mit arthrotischen Veränderungen

Dr. google.

Da sitze ich am PC und gebe einfach mal "Laufen mit Hüftdysplasie" bei google ein und bekomme praktisch mitgeteilt, dass ich eigentlich schon vor Jahren eine neue Hüfte gebraucht hätte... Hm. Soweit ich weiß sitzt meine noch an Ort und Stelle. Der Grund meiner Sucheingabe ist folgender: Ich habe eine angeborene Hüftdysplasie - nichts seltenes, jedoch wurde meine scheinbar nicht ausreichend behandelt. An sich auch nichts super tragisches, allerdings wurde bei einer Röntgenaufnahme vor ca. 2 Jahren festgestellt, dass sich arthrotische Veränderungen an meinem Hüftgelenk erkennen lassen. Zum Arzt bin ich damals, weil ich einfach nur mal wissen wollte woher die Beschwerden, die ich seit ich 15 bin immer mal wieder habe, kommen. Die Diagnose fand ich dann nicht ganz so dolle. Zum Glück war ich an einen guten Orthopäden geraten, der mir empfahl einfach weiter Yoga und Sport (vor allem Schwimmen) zu betreiben, da sich meine Hüfte durch die Muskeln und meine Beweglichkeit gut ausgleicht und stabilisiert.

Eigentlich wollte ich von google nur ein paar Tipps wie ich vielleicht noch ein bisschen geschickter Laufen trainieren kann ohne Gefahr zu laufen (haha, Wortwitz...) für eine Woche außer Gefecht gesetzt zu sein. Doch laut google sei laufen mit meiner Diagnose ja gar nicht möglich - ich könnte mich nur mit Schmerzen im Alltag bewegen und ohne Medikamente ginge nichts. Ahhhja, interessant und mir neu.



Warum nicht immer alles stimmt, was die Ärzte erzählen

Einer Freundin, mit ähnlicher Diagnose, riet der Arzt doch besser komplett mit ihrem Sport aufzuhören und sie solle sich darauf einstellen in ca. 3 Jahren eine neue Hüfte zu bekommen - da war sie 22... Was zur Hölle?! Wie kann ein Arzt einem jungen, fitten und an sich gesundem Mädchen so etwas prophezeien?! Klar, dass erstmal eine Welt zusammen brach. Mittlerweile tanzt sie wieder und die Hüfte hat ihre guten und schlechten Tage. Von einer OP noch weit entfernt.

Oft bekommen wir Diagnosen gestellt und Aussagen von Ärzten an den Kopf geknallt, die schockieren und uns vermitteln unser Leben müsse sich von Grund auf ändern und wird nie wieder das Gleiche sein. Oder aber wir denken unser Körper arbeitet gegen uns, werden sauer und überstrapazieren ihn. Beides keine super Lösung, oder?


Die Lösung?

Mein Rat: Lerne auf deinen Körper zu hören und es zu akzeptieren. Jeder von uns hat irgendwo seine kleinen Baustellen, die einen kleinere, die anderen größere. Und jede davon ist ok! Es gibt keine perfekten Menschen und demnach auch keine perfekten Körper. Versuch herauszufinden, was dir gut tut und was nicht. Probiere dich aus, gehe laufen und schau' wie deine Hüfte darauf reagiert! Nicht gut? Dann versuche es mit Schwimmen, Krafttraining oder oder oder. Die Liste der Möglichkeiten ist unendlich lang. Der einzige Grund, der dich daran hindert, ist dein Einstellung.

Seitdem ich weiß was los ist, kann ich meinen Körper einfach besser verstehen - mache mich allerdings nicht verrückt. An manchen Tagen habe ich gar keine Beschwerden, kann ganz entspannt 7 km laufen ohne etwas zu merken und komme beim Yoga ohne Zwicken und Ziepen in den Spagat. An anderen Tagen wiederum stehe ich morgens auf und merke schon beim Gang ins Bad, dass meine Hüfte keinen so guten Tag erwischt hat. Dann heißt es einen Gang zurückschalten, lockeres Dehnen und evtl. spazieren gehen oder auch einfach nur auf die Heizdecke legen und entspannen. Und jeder von beiden Tagen ist ok! Mittlerweile weiß ich, dass es bei viel Stress und langem Sitzen schlimmer wird oder auch einmal im Monat in den Tagen vor den Tagen. Seit ich vegan esse, geht es tatsächlich besser, da einfach weniger Entzündungsherde im Körper sind. Ganz weg ist es nicht, aber das ist auch nicht mein Anspruch. Und genau darum geht es.



Keep moving forward!

Lass dich nicht von Ärzten oder Dr. google verrückt machen! Sei es die Hüftdysplasie, der Bandscheibenvorfall oder die gerissene Syndesmose im Sprunggelenk (damals hieß es von Ärzten, ich würde nie wieder tanzen können - 3 Jahre später stand ich im Ballett auf Spitze.). Gib' deinem Körper die Zeit zum Heilen, die er braucht, aber sei dir bewusst, dass es an dir liegt, wie es danach weiter geht!

Mein Ziel ist es auf jeden Fall irgendwann einen Triathlon auf Sprintdistanz mitzumachen - und dann vielleicht auch mehr. Wann meine Hüfte dazu bereit ist, werde ich merken und dann natürlich berichten :)

Hab' eine wunderbare Woche, Tatjana xx

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