• Tatjana

Anatomische Ausrichtung - Yang vs. Yin Yoga

Das Prinzip des Yin und Yang ist mittlerweile vielen Menschen ein Begriff. Yin steht für die weibliche Energie und Yang für die männliche. Im Idealfall gleichen sich beide im Alltag aus, sodass hier eine Balance erreicht wird. Auch im Yoga nutzen wir dieses Prinzip. So existieren die klassischen Yang Yoga Stile wie Ashtanga, Vinyasa, Hot Yoga und alle anderen aktiven Richtungen – und das Yin Yoga.

Yin Yoga gewinnt immer mehr an Aufmerksamkeit und Bedeutung nicht nur für unsere Schüler, sondern auch für mehr und mehr Yogalehrer, die sich in diesem Stil fortbilden. Es ist nicht immer möglich jeden Tag volle Power zu geben – auf der Yogamatte, wie auch im Alltag. Und so ist es enorm wichtig für den Körper, aber auch den Geist einen Ausgleich zu schaffen. Nur Yin zu praktizieren bringt uns hingegen auch nicht weiter – das merken vor allem diejenigen, die eine 1- oder mehrwöchige Yin Yogaausbildung absolvieren. Nach einigen Tagen kommt der Drang nach Bewegung – denn dafür ist unser Körper nun mal ausgelegt.

Wer nicht weiß, was genau Yin Yoga bedeutet, bekommt eine kleine und ganz grobe Einführung: Im Yin Yoga arbeiten wir komplett passiv. Decken, Bolster, Blöcke und Gurte sind Pflichtprogramm. Ziel ist es Positionen einzunehmen, die wir ohne Aufwendung von Muskelkraft und Anspannung bis zu 5 Minuten (teilweise auch noch länger) halten können. Das heißt wir gehen in eine bestimmte Übung, z.B. den Schwan (im Yang Yoga als Taube bekannt) und unterstützen uns so weit mit Decken und Kissen etc. dass wir wirklich loslassen und entspannen können. Eine leichte Dehnung sollte zu spüren sein, aber ca. 20% weniger als im Yang Yoga. Die Übungen sind zwar ähnlich, haben aber alle andere Namen – auch aus dem Grund damit wir uns von der „normalen“ Ausrichtung im Yang Yoga lösen können und uns komplett auf die Pose im Yin Yoga einlassen.



Anatomische Unterschiede

Wie oben schon beschrieben, liegt der größte Unterschied darin, dass im Yin Yoga ohne Muskelanspannung gehalten wird. Würden wir im Yang Yoga ohne Muskelspannung praktizieren, wäre das Verletzungsrisiko enorm hoch. Genauso andersherum. Im Yin Yoga ist Muskelanspannung und Kraftaufwand vollkommen fehl am Platz und ebenso riskant.

Um auf das Beispiel der Taube bzw. des Schwans zurückzukommen. In der Taube halten wir das Becken aktiv mittig und setzen uns nicht auf den Oberschenkel des vorderen Beins. Dadurch wird verhindert, dass sich die Hüfte und das Knie des hinteren Beins verdrehen und wir der Dehnung ausweichen. Im Schwan wollen wir genau das – wir winkeln das vordere Bein im 90 Grad Winkel an, setzen uns auf den Oberschenkel und winkeln aber gleichzeitig auch das hintere Bein an. Der Oberkörper wird dann schräg über den vorderen Oberschenkel gebracht und auf einem Bolster oder ähnlichem abgelegt.



Der Fokus liegt im Yin Yoga auf der Entspannung des tieferliegenden Gewebes, u.a. der Faszien – inwiefern dies tatsächlich geschieht ist wissenschaftlich noch nicht belegt, aber jeder der Yin Yoga praktiziert hat es schon am eigenen Leib erfahren. Vor allem durch das lange Halten der Positionen stellt sich dieser Effekt ein. Im Yang hingegen liegt der Fokus klar auf der Kräftigung der Muskulatur sowie der aktiven Dehnungen. Aktiv wird eine Dehnung hier allerdings mindestens 1 Minute und maximal 3 Minuten gehalten, da es für das Gewebe sonst zu intensiv wird.

Beide Stile sind auch miteinander zu kombinieren, aber bitte immer (!) zuerst Yang und dann Yin praktizieren. Nach einer langen Dehnung der Muskulatur und des Gewebes, benötigt dies ca. 20 Minuten um wieder die tatsächliche Kraft aufbringen zu können.

Ich persönlich liebe meine Vinyasa Praxis! Die Muskeln arbeiten, brennen und werden kräftiger und gleichzeitig die Gelenke mobiler. Aber genauso habe ich auch die Yin Praxis schätzen gelernt! Jedoch muss hierbei in der Schwangerschaft darauf geachtet werden nicht über das normale (vor der Schwangerschaft bestandene) Maß an Beweglichkeit hinauszugehen. Denn in der Schwangerschaft sind die Sehnen und Bänder um einiges weicher, weshalb viele Schwangere im Yoga das Gefühl haben auf einmal viel beweglicher zu sein. Dies sollte nicht ausgereizt werden, das es zu bleibenden Schäden kommen kann und die Rückbildung erschwert werden kann. Also wer vorher nicht in den Spagat kam, auch bitte nicht in der Schwangerschaft!

Ich freue mich schon jetzt auf meine Woche Yin Yoga Teil 2 vom 16.-21.04.und bin gespannt wie das mit meinem Babybauch so klappen wird!

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