• Tatjana

Anatomie Serie: Knie Teil 1 (knöcherne Strukturen und Bänder)

Das Kniegelenk ist mit seinen Strukturen eines der wohl am häufigsten verletzten Gelenke. Vor allem sind hier die Kreuzbänder und Menisken betroffen. Viele Sportarten beinhalten ein erhöhtes Risiko für Verletzungen, sei es durch Außeneinwirkung, Überlastung, falsche Bewegungen oder Unfälle. Doch auch im Yoga können wir unser Knie unnötig falsch belasten. Für Personen mit gesunden Knien stellt das in den wenigsten Fällen ein Problem dar. Jedoch haben viele Menschen Probleme mit den Knien entweder durch vorangegangene Verletzungen oder ständige Fehlbelastungen. Weitere Gründe für Schmerzen im Knie können auch die Muskulatur und das fasziale Gewebe rund um das Knie sein. Wieso und wie unser Knie überhaupt aufgebaut ist, erfährst du im Folgenden.


Die Anatomie



Das Knie setzt sich ganz simpel erklärt aus unserem Ober- und Unterschenkel und der Kniescheibe (Patella) zusammen. Somit verbindet es die längsten Hebelarme unseres Skeletts miteinander. Der Oberschenkelknochen (Femur) besitzt zwei Gleitflächen mit denen das Schienbein (Tibia) in Verbindung steht. An die Tibia setzt das Wadenbein (Fibula) an. Vorne am Femur befindet sich die Patella, die bei der Beugung des Gelenks in der Lage ist um bis zu 6cm nach unten zu gleiten und in den Muskel des Oberschenkels (M. quadriceps femoris) eingebaut ist.

Da der Unterschenkel in der Lage ist bei der Beugung um seine Längsachse zu rotieren, ist das Kniegelenk ein Drehscharniergelenk. Es lässt als Beugung (Flexion), Streckung (Extension) und in gewissem Grad Rotation zu.


Die Menisken

Zwischen den Kontaktpunkten des Femur und der Tibia sind die C-förmigen Menisken platziert. Demnach besitzen wir einen Innen- und einen Außenmeniskus, die dafür sorgen, dass der Druck gleichmäßig im Gelenk verteilt wird. Sie weichen bei Flexion des Knies nach hinten aus und gleiten bei Extension wieder nach vorne. Der Außenmeniskus muss noch mehr Arbeit leisten, wenn eine Außenrotation des Unterschenkels bei gleichzeitiger Beugung des Kniegelenks stattfindet - dies passiert z.B im Lotussitz.


Die Bänder

Vorne am Knie spielt vor allem, die über der Patella verlaufende Sehne des Quadrizeps sowie das daraus hervorgehende Band der Patella (Lig. patellae) eine große Rolle.

Seitlich befinden sich die sog. Kollateralbänder, die das Kniegelenk zur Seite hin absichern. Es gibt das Innenband (Lig. collaterale tibiale), welches das Aufklappen des Knies nach innen verhindert, sowie die Außenrotation und Innenrotation begrenzt. Das Außenband (Lig. collaterlae fibulare) liegt außerhalb der Gelenkkapsel und verhindert das Aufklappen nach außen.

Die hinteren Bändern verstärken die Gelenkkapsel, begrenzen die Außenrotation und verhindern das Überstrecken des Knies (was vor allem Frauen oft "gut" können aufgrund der weicheren Bänder).

Die wohl bekanntesten Bänder im Knie sind die Kreuzbänder. Sie befinden sich im Zentrum des Kniegelenks und liegen innerhalb der Kapsel. Das vordere Kreuzband verläuft von oben-außen-hinten nach unten-innen-vorne. Das Hintere Kreuzband verläuft von oben-innen-vorne nach unten-außen-hinten. Bei gebeugtem Knie stellen die Kreuzbänder die wesentliche Sicherung des Knies dar. Sie bremsen die Innenrotation, begünstigen die Außenrotation und verhindern Schiebebewegungen des Knies nach vorne oder hinten. Deswegen gibt es den sog. Schubladentest um zur überprüfen, ob die Bänder gerissen sind. Lässt sich der Unterschenkel vom Oberschenkel weg nach vorne bewegen schließt das auf einen Riss des vorderen Kreuzbandes. Wenn er sich nach hinten schieben lässt, ist das hintere Kreuzband betroffen. Das hintere Kreuzband heilt ohne OP besser als das vordere aufgrund einer besseren Durchblutung.


Erstes Fazit

Wie ihr merkt ist das Knie ein doch recht komplexes Gelenk. Und genau aus dem Grund enorm wichtig in einer gesunden Yogapraxis. Unnötige Belastungen und Rotationen sollten vermieden werden. Worauf zu achten ist und welche Muskeln eine Rolle spielen, erfährst du im zweiten Teil.

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